
Zu Besuch im Tacheles. In dem Kunst- und Szene-Haus in der Oranienburger Straße arbeiten rund 40 Künstlerinnen und Künstler in 30 Ateliers. Es gibt Cafés, Theater, eine Metallwerkstatt und ein Kino. Seit 20 Jahren ist das Tacheles ein bunter Anziehungspunkt für Besucherinnen und Besucher aus aller Welt wie für die Berlinerinnen und Berliner.
Der Trägerverein des Tacheles musste im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden. Eigentümer und Investoren wollen das Haus räumen lassen und das Gelände in einer Zwangsversteigerung verkaufen. Für mich und die SPD-Berlin ist klar: Das Tacheles muss bleiben!
Im Gespräch mit den Betreiberinnen und Betreibern des Café Zapata und weiteren Mitgliedern der Tacheles-Familie wurde schnell klar, dass es ein überzeugendes Konzept gibt, um das Tacheles wirtschaftlich zu betreiben.
Alle im Tacheles beeindrucken durch ihre Leidenschaft und ihr großes Engagement für diesen Ort. Zum Beispiel Olivier, der hinter dem Tacheles Gebäude ein einmaliges Biotop geschaffen hat, in dem sich mitten in der Millionenstadt Berlin seltene Tier- und Pflanzenarten angesiedelt haben.
„Maggie’s Farm” ist eine kleine Oase in der Großstadt und wehrt sich erfolgreich gegen die jederzeit drohenden Bagger und Bulldozer. Unbedingt besuchen!
Jetzt geht es darum, eine Lösung zu finden, die das Tacheles als einmaligen Kunst- und Kulturstandort in Berlin-Mitte und die dortigen Arbeitsplätze erhält. Dafür werde ich mich in Zusammenarbeit mit der Bezirks- und Landespolitik mit ganzem Herzen einsetzen.

Tags: Berlin-Mitte, Café Zapata, Kreativ-Wirtschaft, Kunst, Tacheles









Was für eine Lösung schwebt Ihnen denn vor?
Ich wohne in der Nähe vom Tacheles und ich finde, dass es der größte
Schandfleck der Stadt ist. Es ist hässlich und drumherum dreckig.
Und zudem ist es abends laut und man wird als Anwohner in seiner Ruhe gestört.
Da dort viel Party gemacht wird, gibt es viele Besoffene, die ihre Blase in unseren
Hauseingängen entleeren. Das ist total ekelig.
Man sollte das Tacheles abreißen und schöne große Wohnungen für Familien mit Kindern bauen, die bezahlbar sind.
Ich finde ihre Argumentation nicht gut, sie sind auf der falschen Seite.
Vorausgesetzt die Verhandlungen mit den Eigentümerinnen/Eigentümern des Tacheles-Grundstücks verlaufen erfolgreich, soll das Tacheles in eine Genossenschaft oder ähnliche Rechtsform überführt werden.
Die Betreiberinnen und Betreiber der verschiedenen Projekte, wie Ateliers, Café oder Kino würden geregelte Mieteinahmen garantieren und im Gegenzug gemeinsam mit Investoren eine Renovierung und Modernisierung des Tacheles in Angriff nehmen.
Der Standort soll als Treffpunkt und Arbeitsplatz für Künstlerinnen und Künstler und Kreative erhalten bleiben. Gleichzeitig soll das Tacheles nicht mehr als öffentliche Toilette missbraucht werden und die Verwahrlosung, die in dem Gebäude stellenweise mehr als deutlich zu Tage tritt, soll gestoppt werden.
Ich unterstütze voll und ganz den Erhalt und die Einrichtung bezahlbaren Wohnraums in Berlin-Mitte, gerade mit Hinblick auf junge Familien. Aber zu einem lebenswerten Bezirk gehört auch ein lebendiges kulturelles Umfeld, das Tacheles ist hierfür ein Beispiel.
Das Tacheles ist einzigartig. Es gibt in den mir bekannten Metropolen - ich habe schon einige bereist - kein vergleichbares Objekt. Es ist definitiv ein Stück Berliner Kultur und sollte sogar als UNESCO Kulturerbe vorgeschlagen werden. Die o.g. Einwände wegen des Drecks und des Lärms greifen doch etwas kurz, da es in jeder größeren Stadt auch Quartiere geben muss, wo den Menschen das Feiern erlaubt bleiben sollte. Wie trübe und langweilig ist denn die Vorstellung einer gleichgeschalteten Stadt, die keinen Lärm mehr machen darf?! In Brandenburg a.d.H. sind noch Wohnungen frei!
Wie ist denn der Stand der Dinge eigentlich??? Das Biotop hinter dem Tacheles ist mittlerweile wunderschön geworden und nimmt auch in diesem Jahr wieder am Langen Tag der Stadtnatur teil. Die Berliner Innenstadt brauch Freiräume für Kunst, Kultur und auch Natur! Wir sollten uns alle dafür einsetzen, dass nicht alles zugebaut wird!
Das wüsste ich auch gerne - wie ist der Stand? Bevor dieser, einer der letzten noch bestehenden Freiräume in Berlin-Mitte ebenfalls unbezahlbaren Wohn/Bürogebäuden und dazugehöriger Einkaufspassage weichen muss, sollte man doch nachdenken, worin die Attraktivität Berlins besteht und das alternative Erbe pflegen. Das so etwas möglich ist, zeigt das Beispiel Künstlerhaus Bethanien in Kreuzberg.
Liebe Frau Högl,
aktuellen Medienberichten zufolge, ist das Tacheles aktuell von der Wassersperre, initiiert durch den Eigentümer, bedroht. Was sind Ihre Pläne in dieser Angelegenheit? Wie ist der aktuelle Stand? I